
Rohrausfräsung bei Rohrverstopfung – Wann ist diese Methode ratsam?
Eine Rohrausfräsung kommt immer dann zum Einsatz, wenn andere Maßnahmen nicht mehr helfen. Ist das Rohr verstopft, lässt sich dies oftmals mittels einer Hochdruckspülung wirksam beseitigen. Doch hartnäckige Verstopfungen, Wurzeleinwüchse und andere schwerwiegende Ablagerungen an den Innenwänden der Rohre sorgen manchmal dafür, dass nur noch eine Rohrausfräsung in Frage kommt. Ein Fachmann kann entscheiden, ob sich das Rohr ausfräsen lässt. Denn eine nicht fachgerechte Durchführung kann die Verstopfung noch verschlimmern und sogar massive Schäden am Rohr verursachen.
Wann muss ein Rohr ausgefräst werden?
Durch ein Rohr fließt meist nicht nur klares Wasser, sondern auch Dreck und Schmutz werden mit abgespült. Nicht alle Partikel fließen mit dem Abwasser einfach aus der Hausleitung hinaus in die öffentliche Kanalisation. Insbesondere verhärtete Fette, Kalk und Urinstein bleiben mit der Zeit an den Wänden der Rohre haften und bilden über die Jahre hinweg Verkrustungen. An diesen Anhaftungen bleibt wiederum Dreck schnell hängen, wodurch das Rohr verstopft. Das lässt sich häufig daran erkennen, dass das Wasser langsamer abfließt, bis es schließlich überhaupt nicht mehr abfließt. Ebenso kann sich ein Rückstau bilden, wodurch das Schmutzwasser wieder zurückfließt.
An dieser Stelle kann ein Rohrreiniger helfen, die Rohre wieder frei zu bekommen und die Verstopfung oder den Rückstau zu beseitigen. Das geschieht häufig durch:
- eine Rohrreinigung mittels Hochdruckspülung
- den Einsatz einer Spirale
- eine Rohrausfräsung
Die Rohrausfräsung ist oftmals das Mittel der Wahl, welches erst dann eingesetzt wird, wenn andere Methoden nicht mehr zielführend sind. Anhand einer TV-Inspektion der Rohre ist es dem Fachmann möglich, festzustellen, ob eine Ausfräsung der Rohre notwendig ist.
Wie wird das Rohr ausgefräst?
Für die Rohrausfräsung kommt hochwertiges Equipment zum Einsatz. Dabei kann es sich beispielsweise um Kanalfräsen oder Fräsroboter handeln. Sind diese mit einer Kamera ausgestattet, ist es dem Rohrreinigungsunternehmen direkt möglich, die Rohre zu inspizieren und den Vorgang zu überwachen. Das Equipment zum Rohr ausfräsen verfügt über spezielle Fräsköpfe. Diese sind in der Lage, sämtliche festsitzende Ablagerungen und Verkrustungen zu lösen und zu zerkleinern. Durch die zusätzliche Zugabe von Wasser werden die gelösten Teile weggespült und das Rohr wird vollständig gereinigt.
Mit der Ausfräsung wird in der Regel an der Fall- oder Hauptleitung vom höchsten Punkt aus begonnen. Damit wird der Rohrreiniger in der Regel vom Dachboden aus anfangen zu arbeiten und sich von dort aus hinunterarbeiten. Je nach Grad der Verschmutzung wird das Rohr oftmals zwischen drei bis vier mal gereinigt, bis es letztendlich keine Ablagerungen mehr aufweist. Bei den Nebenleitungen, beispielsweise von der Küche oder dem Badezimmer, reichen oftmals ein bis zwei Intervalle aus. Die Grundleitungen des Gebäudes werden in der Regel direkt vom Keller aus erreicht.
Im Anschluss an die Rohrausfräsung sollte kontrolliert werden, ob durch den Vorgang etwaige Schäden aufgetreten oder Rückstände in den Rohren verblieben sind. Verbliebene Reste können zu einer Verstopfung führen oder einen Rückstau auslösen. Bei schadhaften Stellen wird hingegen eine Sanierung der betroffenen Rohre erforderlich, da diese ansonsten zu Undichtigkeit führen können.
Welche Rohre lassen sich ausfräsen?

Verstopfung und Rückstau: nicht alle Rohre sind für eine Rohrausfräsung geeignet
Um das Rohr ausfräsen zu können, muss zuvor entschieden werden, welche Rohre ausgefräst werden können. In der Regel lassen sich Rohre der Größe DN 50 bis DN 250 ausfräsen. Zusätzlich spielt die Art des Rohres eine Rolle. Ein Kanalgrundrohr kann zu 99 Prozent und damit in den meisten Fällen ausgefräst werden. Bei älteren Leitungen sieht das etwas anders aus. Leitungen aus Materialien wie Guss, Steinzeug, Eisen oder Eternit lassen sich zu rund 80 Prozent mittels einer Ausfräsung behandeln. Das liegt insbesondere an dem Umstand, das bei Leitungen, die in die Jahre gekommen sind, Bruchgefahr besteht oder es treten im Zuge der Maßnahme undichte Stellen auf. Ein Fachmann kann durch eine erste TV-Inspektion entscheiden, ob das zu behandelnde Rohr ausgefräst werden kann oder nicht. In den meisten Fällen ist es aber noch möglich, wodurch sich die Funktion der Rohrleitungen wieder herstellen lässt.
Wie hoch sind die Kosten für eine Ausfräsung?
Die Rohrausfräsung ist mitunter mit hohen Kosten verbunden. Das liegt in erster Linie daran, dass diese Methode zeitaufwendig ist und zugleich teure Geräte zum Einsatz kommen. Der hohe Zeitaufwand geht damit einher, dass das Rohr in der Regel über die gesamte Länge hinweg ausgefräst werden muss. Ist das Rohr ausgefräst, sollte eine gründliche Hochdruckspülung durchgeführt werden. Damit ist der Aufwand nicht mit einer üblichen Rohrreinigung vergleichbar.
Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es?
Aufgrund des hohen Aufwands und der Kosten ist es ratsam, die Rohrleitungen regelmäßig warten zu lassen. Damit lassen sich erste Ablagerungen und Wurzeleinwüchse frühzeitig entdecken und direkt entfernen. Frühzeitig entdeckt, kann das mittels einer regulären Rohrreinigung durchgeführt werden. Diese Maßnahme ist schonender für die Rohrleitungen und ebenso für den Geldbeutel. Damit lassen sich durch die regelmäßige Beauftragung von Fachleuten auf diesem Gebiet sogar Kosten einsparen.
Eine regelmäßige Rohrwartung hilft Rohrausfräsungen zu vermeiden
Eine Rohrausfräsung ist eine effiziente Möglichkeit, besonders hartnäckige Verstopfungen durch Ablagerungen, Wurzeleinwüchse und andere Vorkommnisse zu lösen. Wird das gesamte Rohr ausgefräst, anschließend gründlich gespült und untersucht, trägt das zur hohen Wirksamkeit dieser Methode bei. Weiteren Verstopfungen wird damit vorgebeugt. Trotz der hohen Effizienz und Wirkungsweise sollte eine Rohrausfräsung möglichst umgangen werden. Denn die Kosten und der Aufwand sind höher als übliche Rohrreinigungen durch einen Fachmann. Eine regelmäßige Wartung kann die Rohrausfräsung in vielen Fällen vollständig vermeiden und damit helfen, Kosten zu sparen. Letztendlich trägt die regelmäßige Wartung dazu bei, die reibungslose Funktion des Rohrsystems sicherzustellen.
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